Die Ressourcen-Werkstatt

Wertschätzende Kommunikation – das Blut in Beziehungen

 

Wertschätzung – das Blut in den Adern des Unternehmens

 

Fehlt oder mangelt es an Wertschätzung in Beziehungen zwischen Führungskräften, Mitarbeitenden und Kunden beginnen sie zu leiden. Genauso wie wir leiden, wenn das Blut in unserem Körper in nicht ausreichender Menge oder Qualität unsere Organe ausreichend versorgt.

Unternehmen kranken an mangelnder Wertschätzung

Die Folgen mangelnder Wertschätzung in einem Unternehmen sind vielfältig. Fehlende Leistungsbereitschaft bis hin zu inneren Kündigung führen zur nachlassender Qualität der Arbeit. Dies hat Umsatz- und Gewinnverluste durch unzufriedene Kunden zur Folge.

Doch auch in unseren privaten Beziehungen führt mangelnde Wertschätzung zu Missverständnissen und Streitigkeiten. Ich denke da nur an den Müll, den ich gestern vergessen habe rauszubringen. Meine Frau nahm dies zum Anlass mir zu sagen, dass es ja typisch für mich sei, immer etwas zu vergessen.

Was meinen wir, wenn wir über Wertschätzung reden? 

In der letzten Woche ist mir das Thema Wertschätzung in vielfacher Weise begegnet. Im Gespräch mit einer Reinigungskraft in einem Seniorenzentrum, die sich darüber beklagte, dass ihre Arbeit viel zu selten wertgeschätzt würde. Einen Tag später habe ich mich am Abend mit meinem Freund getroffen. Wir kennen uns schon über 30 Jahre. Wir haben zusammen in einem großen Unternehmen gearbeitet. Er hat sich vor 10 Jahren selbstständig gemacht und führt heute ein erfolgreiches mittelständiges Unternehmen mit 10 Mitarbeitern.

In beiden Gesprächen tauchte die Frage auf, ob es der anderen Seite eigentlich bewusst ist, was die eigene Arbeit für sie, gemeint sind hier die Mitarbeiter und der Chef, bedeutet.

Zunächst glaubte ich, dass es beiden Seiten um das Thema Geld geht. Aber weit gefehlt. Natürlich ist der Reinigungskraft bewusst, dass sie nie so viel verdienen würde, wie ein Chef. Auf der anderen Seite rechnete mir mein Freund vor, dass er, nach Abzug aller Kosten, einen geringeren Stundenlohn hat wie seine Mitarbeiter. Hinzu kommt, dass er bei einer Insolvenz wahrscheinlich Zeit seines Lebens seine Schulden nicht mehr abbezahlen könnte.

Was hatten diese Gespräche mit Wertschätzung zu tun?

In erster Linie will jeder Mensch anerkannt werden. Ohne Etikette. So wie er ist.

Wenn uns diese Art von Wertschätzung entgegengebracht wird, sind alle anderen Dinge Hygienefaktoren, die das Leben zwar einfacher machen, aber nicht essenziell sind.

Nur fällt es schwer, dies zu praktizieren. Schließlich kommunizieren wir in den meisten Beziehungen über gemeinsame Ziele, die man erreichen will.

An dieser Stelle ein Hinweis: Wer nicht glaubt, dass es in unserer Kommunikation um Ziele geht, der ersetzt das Wort „Ziele“ durch das Wort „Bedürfnis“

Im Arbeitsumfeld beginnt das Problem damit, dass es in der Regel keine gemeinsam vereinbarten Ziele sind, um die es geht. In den meisten Fällen ist es nur eine Annahme, dass dies so sei. Als nächstes kommt hinzu, das es immer auch andere Ziele gibt, die die Beteiligten verfolgen. So haben wir es also mit Zielkonflikten zu tun. Erschwerend kommt hinzu, dass uns die meisten Ziele nicht bewusst sind.

Wie kommen wir aus diesem Dilemma heraus?

Die meisten werden es wissen: Offen darüber sprechen.

Doch leichter gesagt als getan.

Eine Führungskraft hat mir in dieser Woche offenbart – welch ein Zufall – wie schwer es ihr fällt, über ihre Bedürfnisse zu sprechen. Momentmal, werden Sie als Leser jetzt denken, wieso muss eine Führungskraft mit den Mitarbeitenden über ihre Bedürfnisse sprechen?

Ich stelle die Gegenfrage:

Was passiert, wenn eine Führungskraft nicht über ihre Bedürfnisse spricht?

  • Sie gibt möglicherweise Anordnungen, ohne die Hintergründe zu erläutern.
  • Sie wirkt nicht authentisch.
  • Sie missachtet die Bedürfnisse ihres Mitarbeitenden.

Lassen Sie mich diese drei Thesen kurz erläutern:

zu These 1:

Zu den Aufgaben einer Führungskraft gehört es, Aufgaben zu delegieren. Aufgaben, die notwendig sind, um ein Produkt herzustellen oder es an den Kunden zu bringen. Dies sind die Bedürfnisse des Unternehmens. Häufig wird es vernachlässigt, dies ins Bewusstsein zu rücken, weil es als selbstverständlich vorausgesetzt wird, das dies bekannt ist. Das ist es in den meisten Fällen auch. Jedoch vergessen wir in diesem Zusammenhang, dass es sich nicht um das einzige Bedürfnis handelt, mit dem wir es zu tun haben.

zu These 2:

Hinzu kommt nämlich das Bedürfnis der Führungskraft. Dies bezieht sich in der Regel auf die Art und Weise, wie eine Aufgabe umgesetzt werden soll. Ob sie beispielsweise termingerecht, sauber, oder fehlerfrei erledigt werden soll. Diese grundlegenden Bedürfnisse werden oft auch als Werte bezeichnet. Im Idealfall werden die Werte im Unternehmen durch die Leitkultur ins Bewusstsein gerückt. Diese Werte werden durch die Persönlichkeit der Führungskraft beeinflusst. Zusätzlich gibt es äußere Einflüsse, die Wertehierarchie beeinflusst. Wenn eine Führungskraft zum Beispiel unter Zeitdruck steht, gewinnt der Wert Schnelligkeit an Bedeutung. Wie soll ein Mitarbeitende das erkennen, wenn die Führungskraft nicht darüber spricht?

zu These 3:

Ist sich die Führungskraft dieser Umstände nicht bewusst, wird sie auch nicht auf die Bedürfnisse des Mitarbeitenden achten. Denn warum sollte sie das tun, wenn sie nicht einmal ihre eigenen Bedürfnisse berücksichtigt?

Fazit

All das trägt dazu bei, dass auch der Mitarbeitende seine Bedürfnisse nicht äußert und unterdrückt. Solange, bis es nicht mehr geht. Es liegt in der Natur, dass kein Bedürfnis unerfüllt bleibt. Im günstigsten Fall kommt es zum verbalen Streit. Im ungünstigen Fall zeigen sich körperliche Symptome. Der Mitarbeitende wird krank. Oder die Führungskraft.

Über Bedürfnisse sprechen ist der einzige Weg aus dem Dilemma herauszukommen oder anders ausgedrückt:

Wertschätzende Kommunikation ist der Weg zur Erfüllung aller Bedürfnisse.

Fangen Sie am Besten gleich heute damit an. Ihre Beziehungen werden es Ihnen danken.

 

Wertschätzende Kommunikation – das kostenfreie Grundlagentraining

Durch diese kostenfreie Grundlagentraining lernen Sie, wie Sie die fünf größten Hürden einer wertschätzenden Kommunkation meistern.

Wolfgang Bahre

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Vom Geben und Nehmen

Das Gesetz von Geben und Nehmen richtig anwenden

„Im Vorgarten müsste mal wieder das Unkraut zwischen den Blumen gejätet werden!“ sagte meine Frau gestern zu mir. So sitze ich nun auf den Knien im Vorgarten und zupfe das Unkraut. Eigentlich wollte ich den freien Tag für eine ausgiebige Radtour nutzen. Doch meiner Frau zuliebe, habe ich… Stop!

Ich sage immer „Stop“ zu mir, wenn ich merke, dass meine Gedanken Fahrt aufnehmen und ich sie nicht mehr kontrollieren kann.

Denn in diesem Fall bin ich in ein beliebtes Spiel geraten, dass wir Menschen immer wieder gerne spielen. „Tue ich ‚dies‘ für Dich, erwarte ich, dass Du ‚jenes‘ für mich machst.“ Ein Tauschhandel beginnt.

Ein Tauschhandel funktioniert nicht.

Das Unkrautjäten ist für mich eigentlich eine vollkommen sinnbefreite Tätigkeit. Das ich das trotzdem mache, werte ich als eine besondere Leistung. Dafür müsste die Gegenleistung auch schon etwas Besonderes sein. Wie wäre es mit einem außergewöhnlichen Abendessen? So mit allem Drum und Dran? Was aber, wenn meine Frau das anders sieht? Zum einen bedeutet Gartenarbeit für sie eher Erholung und zum anderen ist Essen kochen eine unliebsame Pflichtaufgabe für sie.

    Für wie wahrscheinlich halten sie es nun, dass dieser Tauschhandel funktioniert? Und dabei habe ich hier nur ein Beispiel in einer Beziehung aufgeführt.

    Sie können, wenn Sie wollen, dieses Gedanken-Szenario selbst mal fortführen. Am besten machen Sie das mit einer ihren Beziehungen.

    Ich prognostiziere, dass sie irgendwann nicht mehr wissen, ob sich Ihr Konto im Haben oder im Soll befindet. Wie wirkt sich das auf eine Beziehung aus?

    Ist eine Beziehung, die so geführt wird, eher eine freie Beziehung oder schafft sie das Gefühl einer Abhängigkeit?

    Robert Betz, Diplom-Psychologe und Autor, hat mal einen Vortrag mit dem Titel „Wahre Liebe lässt frei“ gehalten. Dem kann ich nur voll zustimmen.

    Und so achte ich heute auf meine Tätigkeiten und den Gedanken, die ich dazu habe.

    Ich mache nie mehr etwas für andere. Denn ich will ein freies Leben führen. Und meine Mitmenschen sollen das ebenfalls tun können.

    Wie kann das gehen?

    Ich muss dafür nicht mit den Dingen aufhören, die ich heute mache. Ich jäte weiterhin das Unkraut. Aber ich tue dies nicht mehr für meine Frau. Sondern für mich. Ich sehe den Wert in meiner Arbeit darin, einen Menschen etwas zu geben, was ihm wichtig ist.

    „„Ich erfülle mir ein Bedürfnis, indem ich etwas für andere tue.“

    Mein Bedürfnis ist es in diesem Moment, einen Menschen, den ich liebe, Freude zu bereiten. Punkt.

    Aus keinem anderen Grund tue ich etwas. Je mehr ich das erkenne, desto mehr Frieden und Ruhe kehrt in mein Leben. Es gibt darüber hinaus weitere positive Effekte: Ich habe mehr Kraft und Energie. Die Arbeit fällt mir leichter. Ich habe Freude an dem, was ich tue.

      „Alles was ich tue, tue ich mit Freude und Liebe, denn es dient meinem Leben.“

      Auf der anderen Seite darf ich mir Fragen stellen: „Will ich das, was andere von mir verlangen, auch wirklich?“ „Kann ich das in diesem Moment leisten?“ Nicht selten stoße ich dabei an meine Grenzen. Dann sage ich meinem Gegenüber: „Nein, das kann ich jetzt nicht. Nicht weil ich nicht will, sondern weil mir zunächst andere Bedürfnisse wichtiger sind.“

      So entsteht eine Kommunikation, die es mir ermöglicht sowohl auf meine Bedürfnisse als auch auf die Bedürfnisse das anderen zu achten.

      Kein Aufrechnen mehr. Keine Schuldzuweisungen. Weniger müssen, mehr wollen.

      Ich möchte Sie inspirieren, ihre Beziehungen dahin gehend zu durchleuchten und deren „Kontostand“ auf Null zu stellen.

      Beginnen Sie ein Leben, in dem das Naturgesetz von „Geben und Nehmen“ wirklich funktioniert.

      Denn viele interpretieren dieses Gesetz nicht in seinem natürlichen Sinn. Denn das Naturgesetz bezieht sich nicht auf eine Beziehung. Sondern auf das universelle Leben.

      Beginnen Sie ein Leben in Freiheit und geben sie dem ganz viel.

      Ihre Mitmenschen werden es Ihnen gleichtun.

      Wolfgang Bahre

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      Wertschätzend kommunizieren!

      mehr Vertrauen? mehr gegenseitiges Verständnis? wertschätzende Beziehungen? Dann melden Sie sich jetzt an und lernen Sie mit individueller Begleitung die Sprache der Wertschätzung.

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      Kommunikation ohne Schuldzuweisungen

      Sind Sie schuldenfrei?

      Ich meine dabei nicht Ihren finanziellen Status. Sondern ich rede hier von der Schuld, die Menschen sich gegenseitig geben.

      Welche Vorteile ein (Arbeits)Leben ohne Schuldzuweisungen haben kann, lesen Sie in diesem Blogartikel.

      In Managerkreisen erzählt man sich folgende Geschichte:

      Der Chef eines Unternehmens ließ einen Angestellten, der gerade ein großes Projekt in Millionenhöhe verpatzt hatte, zu sich kommen. Er fragte seinen Angestellten: „Wissen Sie, warum ich Sie habe rufen lassen?“ Der Angestellte erwiderte zerknirscht: „Ich gehe davon aus, dass Sie mich entlassen.“ Daraufhin der Chef entrüstet: „Sie sind wohl verrückt? Ich habe gerade eine Million Euro in Ihre Ausbildung investiert. Machen Sie was daraus!“

      Wahrscheinlich sind Gespräche wie diese die Ausnahme. Tatsache ist jedoch, dass Menschen dazu neigen, als erstes einen Schuldigen zu suchen.

      Ich möchte Sie bitten, am heutigen Tag einmal darauf zu achten, wie häufig Sie an Gesprächen beteiligt sind, wo es um falsch oder richtig geht. Wie oft hören Sie jemanden sagen oder sagen selbst: „Entschuldigung, da habe ich wohl einen Fehler gemacht.“

      Bitte halten Sie durch. Den ganzen Tag. Zählen Sie mit, wie oft Schuldzuweisungen ausgesprochen werden.

      Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind, für die wir uns schuldig fühlen, glauben Sie mir, alles wird von unserem Gehirn abgespeichert. Vielleicht spüren Sie das am Ende des Tages, wenn Sie sich fragen, wie erfolgreich Ihr Tag war.

      Hier ein paar Ausschnitte von inneren Dialogen, die Sie vielleicht am Abend führen oder mal geführt haben:

      „Na ja, im Großen und Ganzen war der Tag ja recht erfolgreich, aber hier und da hätte ich schon ein bisschen sorgfältiger sein können.“

      „Ich weiß nicht, ob ich das jemals packen werde. Vielleicht sollte ich mir doch überlegen, den Job zu wechseln.“

      „Wie kann ich es nur vermeiden, solche Fehler zu machen? Ich strenge mich ab morgen noch mehr an. Wäre doch gelacht, wenn ich es nicht besser hinkriege.“

      „Ein blöder Tag, ständig sind Fehler passiert. Scheinbar bin ich nur von lauter Idioten umgeben.“

       „Meine Güte, der Müller hat heute wieder einen Bock geschossen. Wie lange will ich mir das noch mitangucken? Der kriegt das doch nie hin.“

      „Ich muss mehr Strenge zeigen. Die anderen meinen doch, sie könnten machen was sie wollen. Die tanzen mir doch nur auf der Nase herum. Ab morgen greife ich durch.“

      Schuldzuweisungen sind ein gefährlicher Virus. Sie führen zu ungewünschten Nebenwirkungen, für die kein Arzt oder Apotheker ein Mittel hat.

      Schuldzuweisungen führen zu moralischen Urteilen, die wir über andere Menschen fällen. Urteile und Schuldgefühle sind in unserem Umgang mit Menschen schon fast alltäglich. Dies behindert im großen Maße ein friedvolles und konstruktives Miteinander. Beispiele für solche Urteile sind Aussagen wie diese: „Du bist unfähig diese Arbeit zu machen; Du bist faul; Du bist ein unorganisierter Mensch; Du bist kompliziert; usw. usw.

      Wir lenken unsere Aufmerksamkeit auf das, WAS ein Mensch ist und nicht WER er ist.

      Ständig sind wir damit beschäftigt, Menschen in Schubladen zu stecken. Wir kritisieren, vergleichen und stellen Diagnosen. All das sind Formen von Verurteilungen. Bei einer Verurteilung ist der Weg zu einer Strafe nicht weit. Wenn Sie Mitarbeitende mit der Angst vor „Strafe“ motivieren, dann wird die Arbeit zwar gemacht, aber die innere Kraft leidet; und so wird früher oder später die Produktivität nachlassen.

      Dabei wünschen wir uns doch alle eine (Arbeits)Welt, die von Wertschätzung und gemeinsamem Erfolg geprägt ist. Jede Art von Schuld ist ein Stein, der die Mauer in den Beziehungen zwischen Menschen wachsen lässt.

      Doch auch, wenn derjenige die Schuld annimmt, führt es dazu, dass er bei nächster Gelegenheit seine Schuld wieder begleichen will. Die Handlung, die dem folgt, ist nicht „freiwillig“. Sie dient nur dem Ausgleich. So beginnt das Spiel, dass wir irgendwann nur noch Dinge tun, nicht um der Sache willen, sondern, weil wir uns verpflichtet fühlen.

      Die Folge sind Abhängigkeitsverhältnisse. Die Bedeutung von Lohn und Gehalt bekommt in solchen Abhängigkeiten ein zusätzliches Gewicht.

      Ein weiteres Ergebnis sind Vertrauensverluste zu sich selbst und den anderen. Der Selbstwert schwindet. Dies beeinflusst die Motivation und die Art, wie Entscheidungen getroffen werden, was wiederum Auswirkungen auf die Arbeits- und Beziehungsqualität hat.

      Machen Sie Schluss damit! Ent-Schuld-igen Sie sich!

      Bitte, wenn ich hier über Schuld und Ent-Schuld-igen schreibe, dann meine ich nicht den Rempler in der U-Bahn, für den man sich aus Höflichkeit bei seinem Nachbarn entschuldigt. Das ist in meinen Augen ein Akt der Aufmerksamkeit für den anderen Menschen.

      Ich meine vielmehr Verhaltensweisen, die zu einem Ergebnis führen, dass bestimmte Erwartungen nicht erfüllt. Am Arbeitsplatz, in der Partnerschaft und ja, insbesondere auch in der Familie.

      Jede Handlung, jedes Verhalten dient einer Bedürfniserfüllung. Das ist das Motiv, was uns Menschen verbindet.

      Stehen Sie zu Ihren Handlungen. Bedenken Sie: Jeder Mensch handelt aus einer positiven Absicht heraus. Denn die positive Absicht ist es, mit dem Verhalten ein Bedürfnis zu befriedigen.

      Verantwortung zu übernehmen, heißt sich für ein Verhalten nicht rechtfertigen zu müssen. Sondern sich mitzuteilen, wozu dieses Verhalten dienlich sein sollte. Möglicherweise hat aber dieses Verhalten nicht das Bedürfnis der anderen Person und der Sache erfüllt. Das gilt es in den Mittelpunkt der Kommunikation zu stellen.

      Das Ziel dieser Art der Kommunikation ist, einen gemeinsamen Weg zu finden, wie das Bedürfnis aller erfüllt werden kann. Erst wenn das gelungen ist, steht einem erfolgreichen Miteinander nichts mehr im Wege.

      Die Macht der Empathie

      Statt einer Schuldzuweisung gehen Sie auf die Suche nach dem Bedürfnis, dass hinter dem Verhalten steckt.

      Welches Bedürfnis will erfüllt werden?

      Empathisch zu sein, heißt nicht etwas bestimmtes zu tun, sondern sich einfach Zeit zunehmen und zuzuhören. Das, was passiert, wenn Menschen sich wirklich zuhören, drückt Carl Rogers (US-amerikanischer Psychologe) so aus: „Wenn dir jemand wirklich zuhört, ohne dich zu verurteilen, ohne dass er den Versuch macht, Verantwortung für Dich zu übernehmen oder dich nach seinem Muster zu formen – dann fühlt sich das verdammt gut an. Jedes Mal, wenn mir zugehört wird und ich verstanden werde, kann ich meine Welt mit neuen Augen sehen und weiterkommen. Es ist erstaunlich, wie scheinbar unlösbare Dinge doch zu bewältigen sind, wenn jemand zuhört.“

      Es gibt in einem anderen Menschen nichts, was es nicht auch in mir gibt. Dies ist die einzige Grundlage für das Verstehen der Menschen untereinander. 

      Erich Fromm

      Wie nutzen Sie die Macht der Empathie?

      Indem Sie sich Ihrer Gedankenmuster bewusstwerden. Zu stark sind möglicherweise die Verletzungen, die andere Menschen Ihnen zugefügt haben, als dass Sie sich öffnen können und frei über Ihre Bedürfnisse zu sprechen. Oftmals ist es zuerst notwendig sich selbst Empathie zu geben. Geben Sie sich dazu die Gelegenheit. Ziehen Sie sich zurück und werden sich Ihrer eigenen Bedürfnisse, die angesprochen werden, bewusst. Erst wenn Sie sich zunächst selbst Einfühlung gegeben haben, können Sie sich auf die andere Person einlassen.

      „Und“ statt „aber“

      Wenn Sie empathisch sind, gibt es in Ihrer Kommunikation kein „aber“ mehr. Daran können Sie überprüfen, ob Sie sich mit Ihrem Gesprächspartner auf der Ebene der Gefühle und Bedürfnisse verbunden haben. Erst dann können Sie gemeinsam konstruktiv nach einer Lösung suchen.

      Empathisch Ziele erreichen?

      Funktioniert diese Art der Kommunikation auch im Berufsleben? Dort, wo es doch in erster Linie um Fakten geht und nicht um menschliche Bedürfnisse?

      Diese Frage hat mich lange beschäftigt. Zu stark waren anfangs meine Glaubenssätze, die mir als Führungskraft mit auf meinen Karriereweg gegeben wurden:

      „Wir wollen doch sachlich bleiben.“ „Für Gefühlsduselei ist hier kein Platz.“ „Gekuschelt wird zuhause, hier wird gearbeitet.“ „Wir wollen Ziele erreichen, und das möglichst schnell.“ „Bitte nicht zu persönlich werden, immer Distanz wahren.“

      Wenn Sie Führungskraft sind, werden Sie selbst entscheiden müssen, nach welchen Glaubenssätzen Sie Ihren Führungsstil ausrichten.

      Ich kann mir eine erfolgreiche Arbeitswelt ohne Empathie nicht vorstellen. Dazu gehört auch empathisch ein „Nein“ oder „So nicht“ auszudrücken. Die Zeit, die ich dafür aufgewendet habe, eine empathische Verbindung zu meinen Mitarbeitenden aufzubauen, habe ich mehrfach zurückgewonnen. Denn ich brauche viel weniger zu kontrollieren, ob Dinge gemacht werden, weil ich weiß, dass Sie freiwillig getan werden.

      Schuldenfrei. Ein erstrebenswertes Gefühl. Probieren Sie es aus.

      In diesem Sinne…
      Wolfgang Bahre

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      Wertschätzend kommunizieren!

      mehr Vertrauen?

      mehr gegenseitiges Verständnis?

      wertschätzende Beziehungen?

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      Was gibt mir Sinn?

      Was ist mir wichtig?

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      Wem vertrauen?

      Ohne Vertrauen sind wir verloren.

      Wie wirkt fehlendes Vertrauen bei Ihnen? In Ihren Beziehungen? Was bedeutet Vertrauensverlust in Ihrem Business? Verlieren Sie Kunden? Verlieren Sie an Führungs-Kraft?

      Wo Vertrauen fehlt, wächst die Angst. Das wiederum ist guter Nährboden für Verschwörungstheorien. Autoritäten nutzen die Angst indem sie mit Hilfe von Verschwörungstheorien die Menschen auf ihre Seite ziehen.

      In diesem Blogbeitrag gehen wir der Frage nach, wie wir Vertrauen in das Leben zurückgewinnen, ohne Angst zu schüren.

      Die Welt wird immer komplexer.

      Vertrauen entsteht durch einen Glauben an etwas. Ihr Glauben beruht in erster Linie auf Rationalität. Sie können sich etwas erklären, also glauben sie daran. Dabei suchen Sie nach der EINEN Erklärung.

      Denken Sie nicht auch an die Zeit, wo alles ganz einfach war? Wenn etwas passierte, wusste man gleich wer dafür verantwortlich war. Damit konnte man jemanden eine Schuld zuweisen. Mit diesem Schuldprinzip sind wir alle mehr oder weniger aufgewachsen. Wenn ein Schuldiger nicht mehr gefunden wird, dann neigen wir dazu Verschwörungstheorien Glauben zu schenken. Das machen sich Autoritäten zunutze. Denken Sie an die Entwicklung in der (Welt)Politik.

      In der heutigen Zeit fällt es schwer die Welt zu erklären. Die Eindeutigkeit verliert. Das Vertrauen schwindet.

      Hinzukommt, dass die Welt an Komplexität zunimmt, die nicht mal mehr die Wissenschaft glaubhaft erklären kann. Es gibt immer mehrere Erklärungsmöglichkeiten. Zusätzlich machen wir uns im Alltag mehr und mehr abhängig von Dingen, die wir nicht verstehen. Smartphone, Internet, Facebook, Digitalisierung, etc.

      Sehen Sie darin Ihre Chance. Denn damit können Sie sich Ihre eigene Wirklichkeit als eine persönliche Sicherheitszone aufbauen.

      „Komplexität heißt, es gibt keine Zentralperspektive und auch keinen Fluchtpunkt.“

      Zitat v. Armin Nassehi, Soziologe

      Steigern Sie die Autorität in sich. Vertrauen Sie Ihrer eigenen Vernunft. Mit Vernunft meine ich in diesem Zusammenhang Ihre Fähigkeit, Dinge aus verschiedenen Perspektiven betrachten zu können. Schaffen Sie ein Bewusstsein, dass nichts so ist, wie es scheint.

      Das klingt für Sie vielleicht nach Chaos. Wenn alles möglich ist, woran sollen Sie dann glauben?

      Genau das meine ich mit Bewusstsein. Bauen Sie den Glauben an sich selbst aus. Machen Sie sich Ihre Werte bewusst. Verlassen Sie das Schuldbewusstsein.

      Erklären Sie sich Ihre Welt.

      Mit dem was für Sie wichtig ist. Mit dem, was für Sie erstrebenswert ist.

      Machen Sie sich Ihren Wertmaßstab bewusst. Wonach entscheiden Sie? Welche Werte vertreten Sie? Wonach bewerten Sie Verhalten? Wenn Ihnen das bewusst ist, können Sie vertrauen. Und zwar sich selbst! Das ist das Erste, was zählt. Denn, wenn Sie sich nicht selber trauen, wie sollen es denn andere können?

      Entwickeln Sie die Fähigkeit Vertrauen in der Gemeinsamkeit zu finden.

      Zu einer Sache gibt es mehrere zutreffende Erklärungen. Ihre und die der Anderen. Daran sollten Sie sich gewöhnen und lernen, daraus eine Gemeinschaft zu bilden. Das gelingt Ihnen nur mit einer Kommunikation, die Andersartigkeit zulässt und daraus eine gemeinsame Basis für Vereinbarungen schafft.

      Beantworten Sie die Frage nach dem Sinn.

      Für Sie persönlich ist wohl kaum eine Frage so wirkungsvoll, wie die Frage nach dem Sinn. Wozu lerne ich? Was will ich im Leben erreichen? Was soll sich für mich erfüllen? Wonach strebe ich?

      Die Antworten auf solche Fragen, setzen in Ihnen eine Motivation frei, die Sie Ziele leichter und schneller erreichen lässt, als Sie es sich heute wahrscheinlich vorstellen können.

      Doch auch in Gemeinschaften, Ihrem Team, wird die Frage nach dem Sinn einer Aufgabe immer wichtiger. Eben genau deswegen: Weil Vertrauen ohne die Antwort nach dem Sinn nicht aufgebaut werden kann.

      Wertmaßstab ist ein Erfolgsfaktor in der Gemeinschaft

      Es gibt kein richtig und falsch. Keine Schuld. Es gibt nur etwas, was uns den Sinn unserer Ziele näherbringt oder eben nicht. Die Urteilskraft liegt in der Funktion des Geistes und der Emotionalität.

      Die gilt für die persönliche Entwicklung und der unternehmerischen Entwicklung gleichermaßen.

      Vertrauen entsteht nur, wenn beides im Zusammenhang betrachtet wird.

      Finden Sie Erklärungen, die das Funktionieren eines Systems erklärt. Dabei sind Sie als Mensch genauso ein System, wie das Unternehmen, in dem Sie arbeiten.

      Das Gelingen ist das entscheidende! Nur dann kann Vertrauen entstehen.

      Wie gewinnen Sie Vertrauen zurück?

      Ziehen wir ein Fazit:

      • Das Erkennen, dass Vertrauen wichtig ist, ist an sich schon ein Gewinn. Schaffen Sie ein Bewusstsein zu dem, was Vertrauen ausmacht.
      • Kommen Sie ins Gespräch und … hören Sie zu!
      • Wissen Sie, was Sie wollen. Gewinnen Sie damit Ihre Autorität und Macht zurück.
      • Stellen Sie Gemeinsamkeiten in den Vordergrund.

      Das wirkungsvollste Vertrauen ist das Vertrauen in sich selbst.

      Willy Meurer (*1934), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist

      In diesem Sinne…

      Wolfgang Bahre

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      Genug gelobt

      Belohnung und Bestrafung sind zwei Seiten der gleichen Medaille

      „Hier hast Du noch ein Eis, weil Du brav den Teller leer gegessen hast.“ „Lass das sein, dafür bist du noch zu klein.“

      Als Kind meiner Eltern und als Vater meiner Kinder habe ich solche Sätze schon oft gehört und ausgesprochen. Ich war immer der Meinung, das gehört zur Erziehung dazu. Selbstverständlich habe ich diese Methodik auch in meiner Position als Führungskraft angewandt. Doch mit Lob und Tadel ist jetzt Schluss. Ich habe etwas Wirksameres gefunden. Was das ist, lesen Sie in meinem heutigen Blogartikel.

      Belohnung lenkt unsere Aufmerksameit auf den Lohn und nicht auf das Tun.

      Als Kinder konnten wir uns dieser Urteile und die damit verbundenen Maßnahmen nicht entziehen. Ich hab’s mal versucht und meinen Eltern den Vorschlag gemacht zu meiner Oma und zu meinem Opa zu ziehen. Da habe ich nämlich ein Eis und ein Duplo bekommen, wenn ich meinen Teller leer gegessen habe.

      Heute gehören Urteile zu unserem täglichen Leben. Wir titulieren den Autofahrer, der dicht vor uns einschert, als Idiot und bescheinigen ihm die Unfähigkeit Auto zu fahren. Wir bezeichnen den Mitarbeiter, der mal wieder seinen Arbeitsplatz nicht aufgeräumt hat, als eine völlig unorganisierte Person.

      Ich spreche Sie als Leser dieses Blogartikels jetzt mal direkt an: Wundert es Sie wirklich, dass es in Ihrem Umfeld Menschen gibt, die sich anders verhalten als Sie es erwarten?

      Unsere Aufmerksamkeit richtet sich darauf etwas zuzuordnen, zu analysieren und Fehlverhalten zu identifizieren.

      Ok. Sie fühlen sich nicht angesprochen. Sie sind dann eher jemand, der das Gute im Menschen sieht. Sie achten darauf, was der Andere gemacht hat und erkennen den Nutzen darin. Das sprechen Sie an und sagen ihm das auch.

      Zudem haben Sie als Führungskraft gelernt, Ihren Mitarbeitern Lob auszusprechen. Das motiviert und spornt die Menschen an weiterhin noch bessere Leistungen zu zeigen.

      So weit, so gut.

      Ist Ihnen bewusst, dass Sie bei Lob und Tadel ein Urteil abgeben?

      In dem Beispiel der oben beschriebenen Person würde dies wahrscheinlich so oder so ähnlich klingen:

      „Lieber Herr Müller, sie sind sehr fleißig. Dass Sie gestern mit der Aufgabe so schnell fertig geworden sind, spart der Abteilung eine Menge Mehrarbeit. Ich lege für Sie bei der Geschäftsführung ein gutes Wort ein. Vielleicht können Sie schon in Kürze mit einer entsprechenden Anerkennung rechnen. Aber sie sind auch unverantwortlich. Sie haben ihren Arbeitsplatz in einem desolaten Zustand verlassen. Stellen Sie sich doch mal vor, was heute Morgen dem Auszubildenden alles hätte passieren können, als er an ihrem Platz weitergearbeitet hat. Das ganze Werkzeug lag ungesichert auf der Werkbank. Sie wissen, dass sie damit gegen die Arbeitsrichtlinien verstoßen haben? Das kann ich leider nicht durchgehen lassen. Ich muss sie deshalb für dieses Verhalten schriftlich ermahnen. Das erfordert die Vorschrift. Ich bitte Sie, beim nächsten Mal besser darauf zu achten. Es täte mir leid, weitere Schritte einleiten zu müssen.“

      Ich kann der Meinung, dass Lob motiviert, nur zustimmen, wenn es sich um Menschen handelt, die in ihrem Leben nichts anderes kennen gelernt haben, als das sie sich von den Urteilen anderer haben abhängig machen lassen. Abhängig heißt nicht frei. Diese Menschen brauchen Sie als Menschen, der ihnen sagt, was sie zu tun haben. Das wird in der Form sehr wahrscheinlich niemand zugeben. Vielmehr werden sie innerlich einen Kampf mit sich selbst austragen. Von Selbstvorwürfen bis hin zu äußerlich wahrnehmbarem Wiederstand reicht die Palette von Reaktionen gegen jede Art von Urteile. Desinteresse, permanente Unzufriedenheit, Streitsucht, offene Konflikte, und sogar depressive Phasen sind typische Anzeichen.

      Moralische Urteile führen zur Abhängigkeit.

      Moralische Urteile sind Urteile, die wir über andere Menschen fällen. Wir drücken sie aus in Form von Vorurteile, Kritik, Vergleiche und Diagnosen. Wir lassen uns dabei von unserer Annahme leiten, dass wir wissen, was falsch und richtig oder was gut und schlecht ist.

      Für die meisten Menschen ist das völlig normal. Daraus ist eine unbewusste Abhängigkeit entstanden. Wovon sind diese Menschen abhängig? Als Kind brauchen wir die Aufmerksamkeit unserer Eltern. Das Grausamste, was Eltern Kinder antun können, ist Nichtbeachtung. Wenn Eltern ihre Kinder nicht loben können, aber auch nicht bestrafen wollen, ist dies eine Methode den Kindern zu zeigen, dass man mit ihrem Verhalten nicht einverstanden ist. So blöd es auch klingen mag: Dann ist die Tracht Prügel noch immer besser. Dadurch merkt das Kind wenigstens, dass sein Verhalten bemerkt wurde.

      Ich weiß, dass dies ein sehr krasses Beispiel ist. Gehen wir zu einem anderen Beispiel. Wie ist es in Ihrer Partnerschaft? Gab es dort auch eine Zeit, in der sie alles, was ihr Partner gemacht hat, durch eine rosa Brille gesehen haben? Je nach dem welcher Typ sie sind, haben sie diese mehr oder weniger schnell wieder abgelegt.

      • Wie reagieren Sie heute, wenn ihr Partner etwas tut, was sie absolut nicht billigen können?
      • Womit „bestrafen“ Sie ihn heute?
      • Was sollte der Partner tun, damit Sie ihn loben?
      • Wieso wählen Sie diese Varianten?

      Wir machen uns abhängig von Bezugspersonen. Dies zu erkennen ist manchmal etwas schwierig, weil hinzukommt, dass es auch Systeme gibt, die einen Abhängigkeitsprozess fördern. Die Bezugspersonen übernehmen im Falle von Belohnung und Bestrafung nicht offensichtlich ihre Verantwortung dafür, sondern geben diese ab an die „Systeme“.

      Was ich damit meine, können Sie am oben beschriebenem Beispiel erkennen. Die Führungskraft entzieht sich der Verantwortung für seine „Belohnung“ ebenso wie für seine „Bestrafung“ indem er sich auf Regeln der Systeme „Unternehmen“ und „Arbeitssicherheit“ beruft. Damit ist er raus aus seiner Verantwortung.

      Seien Sie sich im Klaren, dass Sie ein Mensch sind, der durch Systeme wie Elternhaus, Schule und Beruf nichts anderes kennen gelernt hat, als Bewertungen. Aus diesen heraus ist es zur Gewohnheit geworden „Belohnungen“ und „Bestrafungen“ als etwas ganz normales und Selbstverständliches zu sehen.

      In der Welt der Urteile drehen sich unsere Gedanken und unser Verhalten um die Frage „Wer IST“

      „Wer IST“ bedeutet, dass wir Sätze benutzen, wie z.B. Er/sie ist faul, Er/sie ist herrschsüchtig, Er/sie ist arrogant.

      Wenn Sie allerdings nicht zufrieden sind mit den Ergebnissen und Folgen Ihrer Bewertungen, dann empfehle ich Ihnen aufzuhören, Ihre Mitmenschen weiterhin zu kategorisieren, zu vergleichen, zu bewerten und über sie zu urteilen.

      Dieses Schubladen-denken fördert Konflikte, lässt Beziehungen gleich welcher Art auf ein ungesundes Maß absinken und vermeidet, dass sich individuelle Potenziale entfalten können.

      Was können Sie statt „Belohnung“ und Bestrafung“ tun, um zu einem gewünschten Ergebnis oder Verhalten zu kommen?

      Um auf diese Frage eine Antwort zu bekommen, werfen wir einen Blick auf die Ursache.

       

      Das natürliche Lebensprinzip sieht vor, dass der Mensch nur eines tun muss: Seine Bedürfnisse erfüllen und nach seinen Werten zu leben.

      Diesem Grundprinzip ordnet sich alles unter. Alles dient dem Leben. So sollte es zumindest sein. Ich sehe die Ursache der oben beschriebenen Verhaltensweisen darin, dass im Laufe der Zeit die Menschen verlernt haben, sich ihre Bedürfnisse und Werte auf eine andere Weise zu erfüllen. Finden Sie Handlungsalternativen.

      Beginnen Sie als Erstes zu ergründen,

      1. Welches Bedürfnis oder welcher Wert hat meine „Bewertung“ gesteuert?
      2. Welches Bedürfnis oder Wert hat das Verhalten gesteuert, das Sie bislang „bewertet“ haben?
      3. Welchen Weg können wir gemeinsam gehen, damit die Bedürfnisse und Werte aller erfüllt werden?

      Um diesen Weg zu gehen, bedarf es einer neuen Sprache im Umgang miteinander.

      Eine Sprache,

      1. die zwischen dem was gesagt wird und der eigenen Bewertung trennt,
      2. die als nächstes erkennen lässt, welche Bedürfnisse angesprochen wurden und
      3. um das bittet oder das ausspricht, was zur Erfüllung beiträgt bzw. beigetragen hat.

      Das Lernen und die Anwendung dieser Sprache bringt Ihnen viele Vorteile:

      • Sie selbst werden sich Ihrer Abhängigkeiten bewusst. Davon können Sie sich nun befreien.
      • Sie können den Anderen (Kind, Partner oder Mitarbeiter) in der Selbststärkung fördern und ihm helfen seine Eigenverantwortung stärker wahrzunehmen.
      • Gemeinsam können sie das System das sie verbindet, stärker und erfolgreicher werden lassen, indem Sie sich darüber bewusstwerden, was der eigentliche Sinn und Zweck dieser Gemeinschaft ist.

      Mit dieser Sprache treffen Sie keine moralischen Urteile über andere Menschen, sondern geben Werturteile ab. Werturteile beziehen sich auf Werte und Bedürfnisse, die uns im Leben wichtig sind. Wie z.B. Ehrlichkeit, Fürsorge, etc.

      Wie würde sich der Dialog zwischen Mitarbeiter und Führungskraft in dieser Sprache anhören?

      Vielleicht so?

      „Lieber Herr Müller, als ich heute erfahren habe, dass sie gestern mit ihrer Arbeit fertig geworden sind und ich heute keine Überstunden anordnen muss, hat mich das sehr erleichtert, weil mir mein Bedürfnis nach Ausgleich sehr wichtig ist und ich dem Team ein freies Wochenende geben möchte. Ich bitte Sie, mir zu sagen, was für sie eine angemessene Anerkennung für ihre Leistung wäre.

      Als ich heute Morgen durch den Betrieb gegangen bin und an Ihrem Arbeitsplatz gesehen habe, dass dort die Bohrmaschine sowie zwei andere technische Geräte ungesichert auf der Werkbank lagen, war ich wütend, weil mir Verantwortungsbewusstsein wichtig ist. Bitte geben sie mir jetzt ihre Zusage, dass sie mich zukünftig informieren, wenn es ihnen nicht möglich ist, die Sicherheitsvorschriften einzuhalten, einverstanden?

      Diese Sprache zu lernen, erfordert nichts anderes von Ihnen als die Bereitschaft, Ihre Beziehungen harmonischer, stressfreier und produktiver werden zu lassen.

      Alles andere lernen Sie in meinem neuen Online-Kurs „Wertschätzende Kommunikation“.

      zum Kurs

      Wertschätzende Kommunikation

      Lernen Sie die Sprache, die Sie erfolgreicher werden läßt.

      Der erste Online-Kurs des Modells der „Gewaltfreien Kommunikation“ (GFK) nach Marshall B. Rosenberg.

      Die GFK wurde v. Marshall B. Rosenberg weltweit erfolgreich in Kriseninterventionen eingesetzt. Mittlerweile wird die GFK auch in Schulen und Unternehmen als Grundlage eines wertschätzenden Umgangs miteinander eingesetzt.

      Freigegeben und empfohlen vom Junfermann Verlag, Paderborn.

      zur ausführlichen Beschreibung einer wertschätzenden Kommunikation

      Wenn Sie mit der Medaille von „Belohnung“ und „Bestrafung“ handeln, zahlen Sie einen hohen Preis.

      Bezahlen Sie mit einer anderen Währung, die da heißt:

      Empathie, Liebe und die Bereitschaft sich gegenseitig in der Bedürfniserfüllung zu unterstützen.

      Was glauben Sie, wie Ihr Leben aussieht, wenn Sie nicht in der Lage sind, anderen Menschen diesen Nutzen zu bieten?

      Man muss nicht religiös sein um diese Worte zu verstehen:

      Verurteile nicht, und du wirst nicht verurteilt werden.

      Denn wenn du andere verurteilst, so wirst auch du selbst verurteilt werden…

      Matthäus 7.1

      Wolfgang Bahre

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