Die Ressourcen-Werkstatt

Planen oder improvisieren?

Planen oder improvisieren – was ist besser?

Willst du auch alles am besten beherrschen? Nichts dem Zufall überlassen? Das verschafft uns ein Gefühl der Sicherheit und Macht. Doch gerade in der jetzigen Zeit, beginnt vieles aus der Kontrolle zu geraten.

Improvisation – kein Mittel der zweiten Wahl

Für viele bedeutet Improvisation ein Notausgang. Es wird als letztes Mittel gesehen, um den Schaden möglichst gering zu halten. Dabei ist die Improvisation das größte Potential was wir haben und wird nach meiner Ansicht viel zu wenig eingesetzt.

In diesem Blogbeitrag stelle ich die Vorzüge der Improvisation für Mensch und Organisation dar und zeige Möglichkeiten auf wie die Fähigkeit zur Improvisation ausgebaut werden kann.

Hand aufs Herz: Wieviel von dem, was du heute erlebt hast, lief nach Plan? 50%? Mehr? Weniger?

Warum machen wir eigentlich Pläne, wenn wir im Nachhinein feststellen, dass wir doch meistens sowieso anders handeln?

Einen Grund habe ich oben schon genannt. Weitere Gründe bestehen darin, dass wir gut vorbereitet und möglichst effektiv sein wollen. Ein planvolles Vorgehen gibt uns zudem das Gefühl selbstbestimmt zu handeln.

Komplexe Systeme, wie es beispielsweise eine Unternehmensorganisation ist, kommen ohne Planung nicht aus. Doch jede Planung, sei sie noch so gut, hat ihre Grenzen. Dann zeigt sich, wie gut man mit Abhängigkeiten und Unsicherheiten umgehen kann.

Die Improvisationsfähigkeit ist ein Bestandteil unserer Persönlichkeit. Je nach Charaktereigenschaft ist die Improvisationsfähigkeit mal mehr oder weniger bei uns ausgeprägt.

In Kombination mit einem fundiertem Fachwissen ist es das, was Menschen auszeichnet. Denken sie an einen Chirurgen. Wenn ich operiert werde, möchte ich darauf vertrauen, dass der Arzt nicht nur (s)ein Schema beherrscht, sondern sich auf das einstellt, was sich ihm offenbart und er dann die beste Behandlung einleitet. Dieses Beispiel kann man sicherlich auf viele Arbeitsbereiche übertragen.

Du verpasst Chancen, wenn du zu planvoll vorgehst.

Ganz ohne Plan zu handeln, ist wenig sinnvoll. Was passiert allerdings, wenn du merkst, dass deine Pläne nicht aufgehen? Wenn du nur in Mustern funktionierst, bist du nicht in der Lage die Vielfalt deiner Umgebung zu erkennen und auf sie einzugehen. Du machst dich immer abhängiger von deinen Erfahrungen. Denn jeder Plan entsteht aus Annahmen, die aus Erfahrungen der Vergangenheit stammen.

Vielmehr ist es deine Bestimmung zu wachsen. Die Fähigkeit dich zu entwickeln, dich anzupassen und neue Herausforderungen zu meistern. Folge also nicht zu sehr dem Ideal der Beherrschung. Besonders in einer Welt, die sich scheinbar immer schneller dreht, wird diese Form der Freiheit immer weniger werden. Wenn du mit den Unwägbarkeiten und Abhängigkeiten des Lebens umgehen kannst, bist du wirklich frei. Sicherheit und Souveränität erlangst du nur, indem du in jeder Situation handlungsfähig bist und Entscheidungen treffen kannst.

Improvisationsfähigkeit bedeutet die Chancen aus den Gegebenheiten zu nutzen, um sich persönlich zu entwickeln.

Wie baust du dein Improvisationsfähigkeit aus, um unabhängiger von deinen Plänen zu werden?

  • Setze die Fähigkeit öfters ein

„Wer immer nur Fertiggerichte zubereitet, verlernt das Kochen.“ Breche mit Gewohnheiten und lasse mehr Dinge einfach auf dich zukommen. Fange mit kleinen alltäglichen Dingen an.

  • Setze das Ziel in den Fokus und hinterfrage deine Strategien

Neigst du dazu, dich auf deine Erfahrungen zu verlassen? Daraus entwickeln sich leicht unbewusste Verhaltensmuster. Tausche dich mit anderen über die Art und Weise aus, wie du in bestimmten Situationen reagierst. Durch diese Reflexionen bist du in der Lage schneller deine Muster zu erkennen.

  • Erkenne dich in deiner Persönlichkeit

Die Persönlichkeit setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Es sind deine Veranlagungen, die dir in die Wiege gelegt wurden, deine Erfahrungen und deine Motive, die dich auszeichnen. Aus allen entwickelst du deine Kompetenzen. Je größer dein Verständnis über die Zusammenhänge ist, desto besser kannst du dich entwickeln.

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Improvisation – das Potential in Teams und Projekten

So wie eine ausgeprägte Improvisationsfähigkeit dir persönlich hilft, so wertvoll ist sie auch in Organisationen. Die Führungskultur hat hierbei einen entscheidenden Einfluss. Hierarchische Konzepte mit Regeln, Plänen und Vorgaben konditionieren die Mitarbeitenden. Improvisation spielt in solchen Systemen nur eine untergeordnete Rolle und wird daher eher wenig gefordert.

Das kann fatale Folgen haben. Neue Mitarbeitenden werden nur nach bestimmten Kriterien ausgewählt und so vermindert sich die Vielfalt im Team.

Sinnvoller ist es, Strukturen zu schaffen, die Vielfalt fördert. Begriffe wie Agilität und Resilienz gewinnen an Bedeutung. Beides muss sich aber erst wie die Improvisationsfähigkeit entwickeln und steht nicht auf Knopfdruck bereit.

So wird Improvisationsfähigkeit im Team gefördert:

  • Ziele und den Weg zur Zielerreichung vom Team mitgestalten lassen.
  • Die unterschiedlichen Persönlichkeiten im Team identifizieren und diese nach ihren Charaktereigenschaften weiterentwickeln.
  • Austausch und Kommunikation über die unterschiedlichen Verhaltensweisen und ihre Wirkungen auf das Ergebnis.
  • Regeln formulieren, die die Bedürfnisse aller berücksichtigt.
  • Führungskultur als Entwicklungsinstrument etablieren.

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Fazit:

Improvisation ist kein Mittel der zweiten Wahl, sondern steht gleichberechtigt neben der Fähigkeit Dinge aktiv zu planen.

Fluch und Segen der Improvisation liegen eng beieinander. Es kommt darauf, wie du mit Wiederholung umgehst bzw. was Wiederholungen für dich bedeuten. Wiederholungen im Sinne des immer gleichen werden schnell zu Mustern, aus denen man immer schwerer herauskommt, wenn es die äußeren Umstände verlangen. Wiederholung im Sinne eines bewussten Umgang mit Bewährtem und die Anpassung an die aktuelle Situation vereint Stabilität und Weiterentwicklung.

Die Vorteile der Improvisation schöpfst du am besten aus, wenn du dir deiner Persönlichkeit bewusst bist. So wie auch jedes Projekt erfolgreicher umgesetzt wird, wenn es Persönlichkeiten im Team gibt, die die Kunst der Improvisation beherrschen und andere für neue Wege begeistern können.

Wolfgang Bahre

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Ist digitale Weiterbildung wirksam?

Kevin allein zu Haus

oder

ist wirksame Weiterbildung digital möglich?

Unsere Kinder leiden unter den aktuellen Bedingungen beim Thema Lernen. Corona kam für viele Bildungseinrichtungen zu früh. Sie sind nicht auf das digitale Lernen vorbereitet. Dabei bietet die digitale Weiterbildungsform viele Vorteile. Dieses gilt insbesondere in der Erwachsenenbildung.

Digitale Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es genug. Doch welche Formen sind effektiv? Kann Online-Weiterbildung die analoge Weiterbildung überhaupt ersetzen?

Antworten gibt dieser Beitrag.

Digitale Weiterbildung boomt

Der Markt wächst rasant. Es wird sogar das Ende der Face-to-Face Weiterbildung voraus gesagt. Die Zukunft liegt sicherlich in der idealen Verbindung beider Varianten. Daher lohnt ein Blick auf die Unterschiede zwischen analogem und digitalem Lernen. Am Ende des Beitrages finden Sie außerdem einen Link zu einer Übersicht verschiedener Online-Lernplattformen.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten sich nach Alternativen für ihre Weiterbildungsstrategie umschauen. Dabei gibt es folgende Aspekte zu beachten:

Menschen wollen lernen, nicht belehrt werden

Das führt uns zunächst zu einem anderen Thema: Der Fähigkeit zur Selbstführung. Digitale Angebote erfordern ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Diese setzt eine hohe Eigenmotivation voraus. Uns wird nur allzu häufig suggeriert, dass Lernen etwas mit Zwang zu tun hat. Beispiel: Unser Schulsystem. (Es besteht Schulpflicht in Deutschland.) Auch Mitarbeitenden wird gesagt, dass sie dies oder jenes lernen müssen, wenn sie die Arbeitsstelle bekommen bzw. behalten wollen. Daraus wächst die Einstellung, dass man nur für andere lernt.

Weiterbildungsangebote sollten das sein, was der Name sagt: Angebote!

Wie gelingt es, dass Weiterbildung als Angebot verstanden wird?

Weiterbildung als Weiterentwicklung verstehen

Derjenige, der mit dem Gedanken spielt eine digitale Weiterbildung in Anspruch zu nehmen, sollte sich folgende Fragen stellen:

  • Entscheide ich allein, ob ich diese Weiterbildung mache oder nicht?
  • Welchen Nutzen habe ich durch diese Weiterbildung?
  • Welchen Mehrwert schaffe ich für andere durch die Weiterbildung?

Wer einen Online-Kurs erfolgreich zu Ende führen will, sei gewarnt. Nach einer Umfrage in Amerika werden nur etwa 3% der Kurse von den Teilnehmern zu Ende geführt. Es sei dahingestellt ob diese Zahl stimmt. Fakt ist aber, dass der Teilnehmer ein wesentlich höheres Durchhaltevermögen mitbringen muss als bei einem moderierten Kurs oder Seminar. Setzen Sie sich deswegen mit diesen Fragen auseinander:

  • Bin ich bereit aus meiner Komfortzone zu gehen?

Weiterbildung hat etwas mit Weiterentwicklung zu tun. Die Entwicklung meiner Selbst hat immer auch etwas mit Anstrengung zu tun. Das ist wie beim Sport. Nur wenn wir unsere Muskeln anregen, entwickeln sie sich.

  • Passen die Rahmenbedingungen, unter denen die Weiterbildung durchgeführt wird?

Es entsteht Stress, wenn berufliche und private Aufgaben durch die Weiterbildungsmaßnahme leiden. Stress ist Gift für Weiterbildung.

  • Trägt mein Umfeld meine Entscheidung mit und unterstützt mich bei der Absolvierung der Maßnahme?

Menschen in Ihrem Umfeld sollten Sie idealerweise bei Ihrer Weiterentwicklung/-bildung unterstützen. Im besten Fall beginnt das bei dem Trainer der Weiterbildungsmaßnahme. Doch auch Lebenspartner und Familie sowie Vorgesetzte und Kollegen sind wichtige Unterstützer ihres Vorhabens.

Selbstbestimmung ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Weiterbildung

@Arbeitgeber: Sie möchten, dass ihr Mitarbeitende eine Weiterbildungsmaßnahme besuchen soll. Dann muss die Frage beantwortet werden: Warum sollte er es tun?

Es ist gängige Praxis, dass Führungskräfte die Weiterbildungsangebote sichten und Mitarbeitende mehr oder weniger direkt zu diese Maßnahme schicken. Die Kosten werden selbstverständlich voll vom Arbeitgeber übernommen. Diese Praxis beinhaltet gleich zwei Potentialfelder. Wir machen es an einem Fallbeispiel konkret:

Fallbeispiel 1:

Ein Maschinenführer soll eine neue Produktionsschiene überwachen. Er soll die Software und Programme qualifiziert bedienen können. Der Nutzen und Sinn liegen in diesem Fall klar auf der Hand. Es scheint zu mindestens so. Es kann auch sein, dass der Maschinenführer gar keine neue Maschine bedienen will. „Die alte hat doch auch ihren Dienst erfüllt. Moderne Technik ist viel anfälliger. Bei der alten konnte man noch selbst Hand anlegen und außerdem…“

Potentialfeld 1: In diesem Fall ist das „lernen wollen“ nicht gegeben. Ob der Arbeitgeber jetzt diesen Mitarbeitenden zu einer analogen oder digitalen Weiterbildung schickt, in beiden Fällen bleibt der Lernerfolg fraglich. Denn er muss „geschickt“ werden. Dieses Potential kann gehoben werden, indem die Unternehmensvision mit konkreten Wachstumszielen die Unternehmenskultur prägt. Dieses wirkt sich direkt auf die Motivation der Mitarbeitenden aus. Denn daraus ergibt sich der Sinn der Weiterbildungsmaßnahme.

Potentialfeld 2: Weiterbildung ist eine Investition. Worin wird investiert und wie wird diese Investition kommuniziert? Versteht man Weiterbildung als Weiterentwicklung, bezieht sich die Investition auf das Individuum. Dadurch steigt der Wert des Individuum. Es ist also eine Wertschätzung gegenüber dem Menschen. So ist es auch zu kommunizieren. Das beginnt mit der Transparenz der Kosten. Seminargebühr, Kosten für Verpflegung und Übernachtung. Dazu kommen die Kosten für den Arbeitsausfall. Da kommt einiges an Wert zusammen. Dieser Investition muss einem Nutzen gegenüber stehen. Wie klar wird über den Nutzen gesprochen? In dem Fallbeispiel ist der Nutzen konkret beschrieben. Nach der Maßnahme soll der Mitarbeitende in der Lage sein die Maschine zu programmieren und zu bedienen.

Der Mitarbeitende wird im Idealfall in die Entscheidung zur Investition eingebunden. Mitarbeitende und Vorgesetzte entwickeln gemeinsam ein optimales Kosten/Nutzen-Verhältnis.

Digital oder analog? Es kommt darauf an…

Denken wir den oben beschriebenen Prozess weiter. Der Mitarbeitende ist in dem Entscheidungsprozess zu seiner Weiterbildung eingebunden. Die Absichten aller Beteiligten sind offensichtlich. Der Auswahlprozess kann nun starten. Auch hierzu wieder zwei Fallbeispiele:

Fallbeispiel 2:

Ein Mitarbeitender arbeitet verstärkt im Home-Office. Dem Arbeitgeber ist es wichtig, dass er möglichst effizient arbeitet. Dazu gehört eine gute Selbstorganisation. Deswegen bietet er dem Mitarbeitenden an, seine Kompetenz dahin gehend zu erweitern. Man kann in diesem Fall davon ausgehen, dass der Mitarbeitende ein hohes Eigeninteresse mitbringt. Schließlich profitiert er persönlich davon. Digitale Weiterbildungsangebote eignen sich hierfür möglicherweise besser, weil der Lerninhalt individueller erarbeitet werden kann. Es passt zudem thematisch besser zu der Situation der Seminarteilnehmer.

Fallbeispiel 3:

Eine Führungskraft möchte den Teamzusammenhalt stärken. Er möchte dafür ein Motivations-Seminar für Führungskräfte besuchen. Ein digitales Angebot ist nicht die erste Wahl, wenn es um persönliche Kompetenzentwicklung geht. In diesem Fall soll Verhaltensänderung gefördert werden. Der persönliche Kontakt zwischen Trainer und Teilnehmer, sowie der Austausch zwischen den Teilnehmern ist für den Lernerfolg dabei entscheidend. Auf der anderen Seite ist in diesem Fallbeispiel die Voraussetzung der Selbstmotivation gegeben.

Bei der Auswahl eines passenden Angebotes ist folgendes zu berücksichtigen. Die Teilnehmer beschäftigen sich in der Regel nur in der reinen Seminarzeit mit dem Thema. Vor und nach dem Seminar sind sie auf sich allein gestellt. Das erschwert den Praxistransfer. Zudem spielt in diesen Fall die Persönlichkeit und die individuelle Situation der Führungskraft eine große Rolle. Eine Kombination von Training und Coaching ist hier ideal. Durch eine Verbindung von analogen Präsenzzeiten und digitaler Begleitung ist das realisierbar. Vor- und Nachbereitungszeiten finden digital statt und die Präsenzzeit wird effektiver genutzt.

Digitale Weiterbildung passt ins Zeitalter von New Work

Menschen haben das Bedürfnis selbstbestimmt zu leben. Das digitale Lernen erfüllt dieses Bedürfnis. Es gibt den Freiraum in dem eigenen Tempo und Können zu lernen. Lernen wo und wann man will. Das zeichnet digitale Weiterbildung aus. Damit stehen Sie ganz oben in der Hierachie effizenter Weiterbildungsformen.

Digitales Lernen bedeutet nicht zwangsläufig den Verlust von persönlicher Begleitung. Gute Angebote bieten zusätzlich eine persönliche Begleitung durch einen Coach oder Trainer an.

In der Ressourcen-Werkstatt arbeite ich schon seit längerem mit Online-Trainings und habe gute Erfahrung damit gesammelt. Ich setze dafür ein Tool ein, das mir erlaubt jeden Teilnehmer individuell in seinem Lernprozess zu begleiten.

Wenn Sie es mal ausprobieren möchten schauen Sie einfach hier nach einem passendem Angebot:

Fazit

Digitale Weiterbildung kann und sollte als Bereicherung angesehen werden. Der Zeitpunkt ist noch nie so günstig wie jetzt, Weiterbildung als Weiterentwicklung von Mensch und Unternehmen zu verstehen. Die Kombination beider Formen – analog und digital – senkt Kosten und erhöht die Effektivität von Weiterbildungsmaßnahmen.

Eine Zusammenfassung von digitalen Weiterbildungsangeboten finden Sie hier

Wolfgang Bahre

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